Studien der Stiftungsprofessur
Studie zu Familienverfassung
In Unternehmerfamilien geht es um mehr als Tradition, Strategie und Verantwortung – es geht auch um das liebe Geld. Doch genau hier kann es kompliziert werden: Wie spricht Ihre Unternehmerfamilie über die Ausschüttung der Gewinne, ohne dass es peinlich wird oder der Familienfrieden darunter leidet?
Die Frage, wie viel Ausschüttung das Unternehmen verträgt, ist entscheidend. Es geht darum, den richtigen Balanceakt zu finden: genug auszuschütten, damit alle zufrieden sind, und gleichzeitig sicherzustellen, dass das Unternehmen wachsen und gedeihen kann – selbst in schwierigen und gerade in Wachstums-Zeiten.
Wenn alle in der Familie an einem Strang ziehen und sich über die Gewinnverwendung einig sind, stärkt das den Zusammenhalt und macht das gemeinsame Vermögen zu einem echten Bindungsfaktor. Doch fehlt diese Einigkeit, wird das Thema Jahr für Jahr zur Konfliktquelle.
Was sind die wichtigsten Erkenntnisse unserer Studie?
1. Die Verbreitung wächst, aber langsam
Inzwischen verfügen 36 Prozent der Familienunternehmen über eine Familienverfassung, 2011 waren es erst 25 Prozent. Weitere 23 Prozent planen eine. Wer verzichtet, sieht keine Notwendigkeit (53 Prozent) oder keine Priorität (26 Prozent). 59 Prozent halten das Instrument grundsätzlich für sinnvoll.
2. Je komplexer die Familie, desto wichtiger die Regeln
Größere und ältere Unternehmen mit verzweigten Gesellschafterkreisen sowie Unternehmen mit Fremdmanagement setzen deutlich häufiger auf eine Familienverfassung. Der Grund: Je vielschichtiger die Beziehungen im Inhaberkreis, desto wichtiger sind transparente Regeln für alle. Rechtlich ist die Verfassung nicht bindend, moralisch dafür umso stärker.
3. Hauptmotiv ist Professionalisierung, nicht Streitschlichtung
70 Prozent wollen mit der Verfassung ihre Inhaberschaft professionalisieren, 57 Prozent Konflikten vorbeugen, 51 Prozent den Generationswechsel vorbereiten. Als Werkzeug zur Lösung eines akuten Streits eignet sie sich nicht, ihr Wert liegt im Zusammenhalt und Familienfrieden. Der Mehrwert ist damit vor allem emotional.
4. Trotz Verfassung bleiben Regelungslücken
Fast immer enthalten sind Ziele und Werte für Familie (97 Prozent) und Unternehmen (91 Prozent), Mitgliedschaft (94 Prozent) sowie Rechte und Pflichten der Gesellschafter (86 Prozent). Nachbesserungsbedarf sehen Unternehmen mit Verfassung vor allem bei der Gewinnverteilung und beim Ausscheiden von Gesellschaftern. Unternehmen ohne Verfassung fokussieren sich einseitig auf rechtlich-finanzielle Fragen und haben besonders bei der Notfall-Nachfolge Lücken.
5. Eine Familienverfassung zahlt sich aus, auch wirtschaftlich
67 Prozent bestätigen, dass sich das Aufsetzen lohnt. Ein knappes Drittel (29 Prozent) verzeichnet gesteigerten wirtschaftlichen Erfolg, und Unternehmen mit Verfassung wachsen schneller als solche ohne (47 vs. 40 Prozent). Hinzu kommen stärkerer Familienzusammenhalt, bessere Führungs- und Kontrollstrukturen sowie mehr Frieden und Stabilität.
Wollen Sie mehr erfahren? Lesen Sie unsere Studie „Studie zur Familienverfassung 2026“ die gemeinsam mit PwC und der INTES Akademie entstanden ist.
Studie zu Gewinnverwendung in Familienunternehmen
In Unternehmerfamilien geht es um mehr als Tradition, Strategie und Verantwortung – es geht auch um das liebe Geld. Doch genau hier kann es kompliziert werden: Wie spricht Ihre Unternehmerfamilie über die Ausschüttung der Gewinne, ohne dass es peinlich wird oder der Familienfrieden darunter leidet?
Die Frage, wie viel Ausschüttung das Unternehmen verträgt, ist entscheidend. Es geht darum, den richtigen Balanceakt zu finden: genug auszuschütten, damit alle zufrieden sind, und gleichzeitig sicherzustellen, dass das Unternehmen wachsen und gedeihen kann – selbst in schwierigen und gerade in Wachstums-Zeiten.
Wenn alle in der Familie an einem Strang ziehen und sich über die Gewinnverwendung einig sind, stärkt das den Zusammenhalt und macht das gemeinsame Vermögen zu einem echten Bindungsfaktor. Doch fehlt diese Einigkeit, wird das Thema Jahr für Jahr zur Konfliktquelle.
Was sind die wichtigsten Erkenntnisse unserer Studie?
1. Firma vor Familie: Gewinnthesaurierung ist die Norm
In der Mehrheit der befragten Unternehmen liegt die Ausschüttungsquote unter 30 %. Die Gewinne bleiben größtenteils im Unternehmen, zur Stärkung der Eigenkapitalbasis, für Investitionen und zur Sicherung der Unabhängigkeit. Das spiegelt ein klares Selbstverständnis wider: Eigentum verpflichtet. Über 60 % weisen Eigenkapitalquoten über 50 % auf. Das Prinzip dahinter: Stabilität vor kurzfristiger Rendite.
2. Ausschüttungen ohne Regeln – mit Risiken
Nur rund ein Drittel der Unternehmen hat feste Regelungen zur Gewinnverwendung in einem Gesellschaftervertrag oder einer Familienverfassung verankert. Stattdessen dominieren informelle Vereinbarungen oder ungeschriebene Gesetze. Das funktioniert, solange Vertrauen herrscht. Doch mit einem wachsenden Gesellschafterkreis steigen auch die Anforderungen an Verlässlichkeit und Transparenz. Die Studie zeigt: Wenn eine feste Regelungen existiert, stärkt sie das gemeinsame Verständnis und beugt Konflikten vor. Klare Regeln entlasten also, besonders in komplexen Gesellschafterstrukturen.
3. Krisen machen Ausschüttungen politisch
In wirtschaftlich angespannten Zeiten kann eine als „ungerecht“ empfundene Dividende interne Spannungen befeuern. Besonders kritisch wird es, wenn trotz guter Vorjahresergebnisse keine Ausschüttung erfolgt, etwa aufgrund aktueller Krisen. Verzicht auf Ausschüttungen ist für viele selbstverständlich, wenn das Unternehmen wirtschaftlich unter Druck steht. Klare Kommunikation und vorausschauende Ausschüttungspolitiken sind hier essenziell.
4. Das eigene Selbstverständnis prägt Entscheidungen
Wie Unternehmerfamilien mit Gewinnen umgehen, hängt eng mit ihrem Selbstverständnis zusammen. Die Studie zeigt: Familien mit einem treuhänderischen Eigentumsverständnis, also solche, die das Unternehmen als Vermächtnis und nicht als Einkommensquelle sehen, gehen reflektierter und konsistenter mit dem Thema Ausschüttung um – als Symbol der Verantwortung gegenüber kommenden Generationen. Wichtig: Ein gemeinsames Werteverständnis hilft, finanzielle Entscheidungen in Einklang mit unternehmerischer Ethik zu treffen.
5. Familienverfassungen stärken Zusammenhalt
Lediglich ein Drittel der Familienunternehmen verfügt über eine schriftlich fixierte Familienverfassung. Dabei zeigt die Forschung: Der Prozess der gemeinsamen Erarbeitung schafft nicht nur Klarheit über Regeln, sondern auch ein stärkeres Wir-Gefühl. Gerade bei wachsenden Inhaberkreisen ist das ein nicht zu unterschätzender Stabilitätsfaktor.
Wollen Sie mehr erfahren? Lesen Sie unsere Studie „Let‘s talk about money – Gewinnverwendung in Familienunternehmen“ die gemeinsam mit PwC und der INTES Akademie entstanden ist.
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