KI als Sparring-Partner
Warum Führungskräfte jetzt auf intelligente Zweitmeinungen setzen sollten. Insights von Dr. Katarzyna Stoltmann und Prof. Dr. Martin Manhembué
Künstliche Intelligenz entwickelt sich rasant, und mit ihr die Menge an Inhalten, Analysen und Informationen, die täglich produziert werden. Doch je mehr Content entsteht, desto schwieriger wird es, Qualität zu erkennen und fundierte Entscheidungen zu treffen. Genau hier zeigt sich, wie wertvoll KI als strategischer Sparring-Partner werden kann.
In unserer neuen Serie „AI Expert Talks“ spricht DBU Data-Science- und KI-Experte Prof. Dr. Martin Manhembué mit Dr. Kasia Stoltmann, Head of Data Science & AI bei AstraZeneca, über Chancen, Risiken und konkreten Nutzen von KI im Unternehmenskontext.
Das vollständige Interview kannst du dir hier als Video ansehen.
Im Folgenden findest du die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Gespräch der beiden.
Warum KI als Sparring-Partner so wertvoll ist?
1. KI liefert Zweitmeinungen auf Basis riesiger Datenmengen
Moderne KI-Systeme analysieren Daten in einer Tiefe und Geschwindigkeit, die weit über das menschliche Leistungsvermögen hinausgeht. Das macht sie zu einem idealen Gegenüber, ähnlich wie externe Berater, nur schneller und datengetriebener.
Führungskräfte nutzen KI bereits, um:
- neue Perspektiven in Entscheidungsprozessen zu gewinnen
- blinde Flecken zu erkennen
- Muster zu identifizieren, die Menschen übersehen
- mögliche Auswirkungen von Entscheidungen zu simulieren
Gerade in datenintensiven Bereichen wie Medizin oder Energieversorgung zeigt sich:
„Augmented Decisions“, Entscheidungen, die von Mensch und Maschine gemeinsam getroffen werden, sind statistisch oft treffsicherer als rein menschliche Einschätzungen.
Kasia warnt jedoch: KI greift auch auf fehlerhafte oder verzerrte Daten zu. Das bedeutet: Eine kritische Prüfung bleibt unverzichtbar.
2. KI erweitert Denkhorizonte – wenn man sie richtig führt
KI eignet sich hervorragend zum Brainstorming und generiert Ideen, die man selbst nicht in Betracht gezogen hätte.
Damit das funktioniert, ist ein aktiver Austausch entscheidend:
- Antworten hinterfragen
- Quellen prüfen
- Unstimmigkeiten korrigieren
- Feedback geben
Kasia betont: „Der größte Fehler im Umgang mit KI besteht darin, sie nicht zu challengen.“
Denn nur wer die Maschine führt, erhält relevante Ergebnisse.
Warum kritisches Denken jetzt noch wichtiger wird
Dass KI das Internet und große Datensätze durchsucht, bedeutet nicht, dass diese Informationen korrekt oder frei von Verzerrungen sind. Viele Trainingsdaten spiegeln westliche, männlich dominierte Sozialstrukturen wider und erzeugen so vor allem Social Biases.
Für eine verantwortungsvolle KI-Nutzung gilt daher:
- Inhalte prüfen
- Quellen nachvollziehen
- Verzerrungen erkennen
- eigene Hypothesen darübersetzen
Je diverser die Teams, die KI entwickeln oder evaluieren, desto besser die Ergebnisse. Das gilt insbesondere für Künstliche Intelligenz, die firmenintern aufgesetzt und genutzt wird.
Was bedeutet KI für White Collar Jobs
Wer heute wissensbasiert arbeitet, wird KI nicht umgehen können. Entscheidend wird:
- Wann nutze ich KI sinnvoll?
- Welcher KI vertraue ich?
- Wie erkenne ich Fehler oder Bias?
- Wie gebe ich gutes Feedback, damit KI besser wird?
Ohne KI können wir mit der heutigen Geschwindigkeit der Entwicklungen kaum noch mithalten. Im schlimmsten Fall verlangsamt sie aber Prozesse und die Qualität von Arbeit und Entscheidungen.
Kasia bringt es auf den Punkt:
„Das größte Risiko von KI ist, sie nicht zu nutzen.“
Führungskräfte, die KI als Sparring-Partner einsetzen, treffen bessere Entscheidungen, steigern Produktivität und stärken die Resilienz ihrer Organisation. Allerdings nur, wenn sie kritisch hinterfragen und die KI durch Feedback trainieren.
Die Frage lautet also nicht mehr, ob wir KI nutzen – sondern wie gut wir werden, sie richtig einzusetzen.
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